Einfach machen – Ist das DIE Lösung für alle Herausforderungen beim Präsentieren?

Ich meine nein! (Andererseits ist nicht machen, auch keine Lösung. 😉 Klar.)

Das Thema lässt sich m.E. nicht plakativ in schwarz-weiß beantworten. Und genau aus diesem Grund gibt es diesen Beitrag hier. Sozusagen um die Schattierungen dazwischen mal näher zu beleuchten.

Dieser Beitrag ist Teil der Podcast-Parade von Kerstin Wemheuer mit dem Titel „einfach machen“!

Welche Konsequenzen das „einfach machen“ fürs Sprechen und Präsentieren hat bzw. das Nicht-Machen, das erfährst du hier!

 

 

ÜBERBLICK: In dieser Folge erfährst du …

  • Warum „einfach machen“ nicht für alle Präsentationen und Auftritte die ideale Lösung ist
  • Welche 3 Ursachen ich im Nicht-Machen sehe und welche Konsequenzen das je hat
  • Welchen Schritt du unbedingt dem „einfach machen“ folgen lassen solltest

SHOWNOTES: Die Links zur Folge …

 

BLOGARTIKEL: Für Leseliebhaber …

 

Hallo und willkommen lieber Hörer, liebe Hörerin, liebe Kerstin zur aktuellen Folge,

Dir Kerstin vor allem vielen Dank zu diesem Aufruf zur Podcast-Parade.

Du hast es ja gerade im Intro schon gehört. Ich sehe dieses „Einfach machen“ nicht als das absolute Nonplusultra für alles. Soweit vorneweg.

Nun muss ich aber gestehen, dass das, was ich hier gerade tue, ziemlich stark in die Kategorie „einfach machen“ fällt.

Wieso?

Als ich dies las, dachte ich: Toll da mache ich mit. Dann waren Ferien, ich war in den Ferien und bin im Grunde erst seit dieser Woche beruflich erreichbar. Und das ist auch schon alles, die Erreichbarkeit, denn gerade wird auch meine Tochter in die Kita eingewöhnt – und da bin ich noch gefordert gewesen.

Das heißt, rein von den Umständen spricht nicht viel dafür, dass ich hier mitmache. Und nun tue ich es doch.

Mit nicht allzu großer Vorbereitung, ist „einfach machen“ also auch bei mir gerade Motto.

Dennoch habe ich während ich in der Kita rumsaß, etwas nachgedacht und das Ergebnis bekommst du hier auf die Ohren.

 

Einfach machen ist nur ein erster Schritt

Ich glaube nämlich immer mehr, „einfach machen“ = ins Handeln kommen = Umsetzen = das ist nur ein Schritt.

Ein wichtiger.

Für die, die nicht ins Tun kommen, die blockiert sind, ist das ohne Zweifel der aktuell wichtigste Schritt.

Aber: es ist eben nur ein erster Schritt.

Danach sollte, wie ich finde, noch einer kommen. Zumindest in meinem Kontext hier, wo es um Sprechen, Auftritt, Präsentieren geht.

„Einfach machen“ ist da wichtig. Aber es braucht noch ein paar Zutaten und eine ganz besonders, die ich dir heute hier noch verraten mag.

Aber eben etwas später erst. 😉

 

Schauen wir uns erst noch mal etwas genauer den ersten Schritt an.

 

Schritt 1: Einfach MACHEN

„Einfach machen“, im Sinne von Tun, Handeln, Umsetzen, das ist der erste Schritt.

Was ist denn das eigentliche Problem, wenn wir nicht handeln?

  • Wir halten keine Präsentationen oder Vorträge. Weil wir uns immer wieder drum drücken.
  • Wir produzieren keine Videos oder Audios.
  • Wir produzieren sie zwar. Aber wir veröffentlichen sie nie.

Das ist alles doof. Aber es ist nur das Symptom.

Die Ursachen, warum du nicht handelst, die können ganz unterschiedlicher Natur sein.

Ich habe mal 3 rausgepickt. Und ich erhebe keinen Anspruch, dass es nicht noch mehr Ursachen gibt. Du kannst das sehr gerne ergänzen. In einem Kommentar. Oder du schreibst mir eine Email an info@steffischwarzack.de

Welche 3 Ursachen gibt es für Nicht-Machen?

1. URSACHE: Du handelst nicht, weil du Blockaden in Kopf hast.

Das ist der Punkt, auf den sich Menschen beziehen – und ich glaube auch du Kerstin – wenn du sagst: „einfach machen!“

Nicht auf die inneren Kritiker, Einwände und Zweifler hören. Nicht auf die Perfektion warten, bis du anfängst, denn dann gibt es oft kein Umsetzen.

Wenn das der Grund ist, warum du nicht machst, dann kann ich uneingeschränkt zustimmen und sag: Geh los! Raus mit dir auf die Bühne!

Ein Teil meiner Klienten braucht genau das. Das ich mit ihnen die inneren Blockaden aufdecke, anschaue und sie dann trotz dieser auf die Bühne schupse.

Um genau über diese Hürde zu kommen.

Das ist aber keine Lösung, die für jeden im Kontext sprechen und präsentieren passt.

 

2. URSACHE: Du handelst nicht, weil du den inneren Ruf nicht hörst.

Oder zumindest nicht stark genug.

Ich geb dir ein Beispiel von mir selbst.

Im Frühling diesen Jahres (2017) ist in meiner Online Umgebung das Thema Live Video förmlich explodiert. Alle (mir erschien es so 😉 ) haben es gemacht und vor allem haben auch alle gesagt: man sollte das tun. Das gibt eine tolle Reichweite. Die Leute bekommen eine Beziehung zu dir, weil sie dich erleben und und und. Die Anzahl der Argumente war lang und laut.

Für mich war aber ganz klar spürbar: das ist jetzt nicht dran.

Ich war dennoch verunsichert und fragte mich innerlich: Ist das jetzt ’ne Blockade oder ’ne Entscheidung?

Als es um das Erstellen meines Podcasts selbst ging, vor einem Jahr, da war ich dagegen total in der Blockade. Und da war „einfach machen“ die ideale Lösung.

Was ich dir damit sagen will (und das kannst du als deine Aufgabe nehmen): Spüre in dich rein, frag dich: Ist das jetzt dran?

Es kommt nämlich beim Präsentieren und bei Auftritten auch auf den richtigen Zeitpunkt an.

In der antiken Rhetorik gab es den Begriff Kairos. Der beschreibt den günstigsten Zeitpunkt.

Ein gleichnamiger griechischer Gott verkörpert diesen günstigsten Zeitpunkt auch. An seiner Stirnseite schreibt man, habe er eine prächtige Locke und sein Hinterkopf wird als kahlgeschoren beschrieben. Kairos ist mit seinen Flügeln schnell unterwegs. Man kann ihn nur von vorne an seiner Locke packen, wie dieses Zitat zeigt:

‘Wenn der rechte Augenblick für eine Sache gekommen ist, so kannst du mich am Schopfe packen. Lässt du ihn jedoch verstreichen, wirst du ins Leere greifen, da ich bereits an dir vorbei geflogen und am Hinterkopf geschoren bin. So sei dir stets bewusst, dass es den rechten Augenblick gibt und greife zu, sobald er dir erscheint.’ (Zitat auf Blog von Alexandra Grassler)

Was heißt das für uns? Der Zeitpunkt muss stimmen. Für einen Auftritt eben auch.

Wir hatten im Studium eine Übung, die sogenannte Kairos-Übung: Dabei stellt man sich mit seiner Präsentation im Kopf vor die Gruppe stellen und steht ohne etwas zu sagen. So lange, bis man innerlich spürt: jetzt ist der richtige Moment loszusprechen. Die Kunst ist es nicht voreilig loszupreschen.

Was heißt das für uns?

Wenn du in dir den Ruf nicht spürst, dann ist der Moment nicht gekommen. Nicht-Machen kann dann eine sinnvolle Lösung sein – für den Moment.

 

3. URSACHE: Du handelst nicht, weil die Idee nicht reif ist.

Es gibt Leute, die quatschen aus der Kalten los. Manche machen das sogar mit viel Inhalt. Andere bringen davon weniger machen aber viel Show. Beide kann ich für ihre Fähigkeiten bewundern.

Ich kann das leider so nicht.

Ich muss über Dinge nachdenken. Mir Gedanken machen. Sie müssen reifen.

Und erst wenn sie reif sind, dann dürfen sie raus in die Welt.

Ja, du ahnst es: Die Gefahr ist natürlich, dass man im Reifungsprozess in eine Blockade rutscht, also wieder bei Punkt 1 raus kommt.

Aber ich mag’s tief. Ich mag Tiefgang. Eine Reifung wie ein saftiges Obst muss sein.

Dabei gibt es für mich unterschiedliche Reifegrade.

Und ich geb mir Mühe öfters mit einem noch grünen Apfel raus in die Welt zu gehen. Der muss nicht knallgelb oder quitschrot sein. Aber die Blüte alleine reicht mir nicht.

Wie stelle ich selbst fest, dass der optimale Reifungsgrad da ist?

Gar nicht. Es gibt dafür kein objektives Messgerät.

Es ist mein Gefühl auf die Frage: Ist es zu 80 % ok, damit raus zu gehen? Ist es ok für die Situation? Das ist das Entscheidende! Und wenn dann ein inneres Ja kommt, dann mach ich einfach 😉

Diesen Reifegrad – wie reif ist die Idee, wie reif ist meine Auftrittsidee? – das passe ich natürlich der Situation an.

Nie würde ich in jeder Situation mit grünen Äpfeln rausgehen. Ob du ein Seminar hälst, eine hochdotierte Keynote in einer Firma oder ein Live Video auf Facebook – das macht einen großen Unterschiede welche Reifung ich selbst brauche.

Wie passt es zur Situationen? ist daher eine zentrale Frage für mich.

 

Ich wiederhole hier nochmal diese 3 Ursachen fürs Nicht-Handeln:

  1. Du bist blockiert.
  2. Du hörst den inneren Ruf nicht.
  3. Die Idee ist nicht reif.

Die Kunst ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Daher bekommst du hier eine Aufgabe: Warum handelst du noch nicht? Finde das für dich heraus – denn dann kannst du an der richtigen Stellen ansetzen. Was hält dich davon ab, zu handeln/ es einfach zu machen?

 

Ist einfach machen nun die richtige Lösung?

Sie ist es, wenn du aufgrund von Blockaden nicht handelst und den inneren Ruf spürst, es zu tun.

Einfach irgendwie machen. Das Präsentieren, das Videos drehen, die Podcastfolgen sprechen. Das ist Schritt 1.

Und dann braucht es irgendwann den 2. Schritt.

 

Schritt 2: EINFACH machen.

Einfach machen. Mit der Betonung auf dem Einfach.

Simple, reduziert, Zen.

Was meine ich?

Ich erkläre es anhand eines Zitats:

Am meisten Vorbereitung kosten mich immer meine spontan gehaltenen, improvisierten Reden., so soll der britische Politiker Winston Churchill gesagt haben.

Damit die Dinge leicht, spontan, klar rüberkommen, braucht es etwas mehr Arbeit, etwas mehr Feinschliff und mehr Inszenierung für den eigenen Auftritt.

Wenn wir einfach nur machen, aus dem Ärmel schütteln – dann sind wir oft sehr redundant, wir sagen mehr als nötig, drehen uns im Kreis, kommen nicht auf den Punkt.

Es geht mir nicht um eine schauspielerische Inszenierung sondern es geht darum, das Wesentliche hervorzulocken und sichtbar bzw. im Auftritt hörbar zu machen.

Es ist definitiv ein Feinschliff, es ist nichts für Anfänger.

Das hat übrigens ne Weile gedauert, bis ich das selbst als Trainer und Coach kapiert habe. 😉

Zum einen geht es darum Prozesse für Auftritte und Präsentationen einfacher für sich zu gestalten.

Andererseits gibt es weitere 3 Punkte, wo Einfachheit mehr Wirkung auslöst:

 

1. Optisch vereinfachen

Wie ist die visuelle Gestaltung deines Auftritts?

Der in Japan lebenden US-Amerikaners hat den Begriff Zen Präsentationen geprägt. Was meint das?

Er lebt eine starke Reduzierung von multimedialen Präsentationen vor. Jede Folie sollte nur eine Aussage darstellen. Den Elementen sollte viel Raum gegeben werden, so genannter „white space“.  Schnick Schnack wie Logos, Seitenzahlen und andere Spielereien des Egos sollte man weglassen.

Das Hauptprinzip ist die optische Vereinfachung, die der Wirkung von Inhalt und Redner zugute kommt.

Das erfordert einiges an Know-How ist aber mit etwas Feinschliff rasch umsetzbar.

 

2. Strukturell vereinfachen

Wie ist die Präsentation aufgebaut. Welcher inneren Logik folgt der Auftritt?

Solche Fragen erfordern einiges an Überlegung und Arbeit im Vorfeld. Damit steht es dem „Einfach umsetzen“ im Wesenszug des ein oder anderen im Wege. Dennoch lohnt es sich, wie ich finde, um noch prägnanter auf den Punkt zu kommen.

In der Folge 17 „Klarheit statt Labern: so kommst du auf den Punkt“ gebe ich dir eine Struktur an die Hand, die mir auch für (fast) spontane Äußerungen hilft, einen roten Faden zu entwickeln.

 

3. Inhaltlich vereinfachen

Je mehr wir „einfach machen“ und über unsere Themen sprechen, desto tiefer steigen wir ins eigene Thema ein. Und je tiefer wir in die eigenen Themen einsteigen, desto mehr verstehen wir die Essenz dahinter.

Die Essenz deines Wirkens. Das eigene Anliegen. Deine bedeutende Botschaft. Das ist etwas, das kommt mit der Wiederholung, mit dem Tun, mit dem Machen.

Und je mehr es zum Vorschein kommt, desto klarer und einfacher werden deine Inhalte bzw. ihre Darstellung immer mehr.

 

Das ist der zweite Schritt den ich dir empfehle. Mache die Dinge nicht nur sondern mache sie einfach. Das verstärkt deine Wirkung.

Die Gefahr ist natürlich, dass wir den zweiten Schritt weglassen.

Es läuft ja schon irgendwie.  Die Arbeit am eigenen Auftritt tritt in den Hintergrund.

Im Grunde kannst du das mit der Betaversion einer Software vergleichen. Es ist gut und wünschenswert mit einem solchen Test auf den Markt zu gehen. Doch irgendwann ist die Zeit reif, die Release Version zu launchen. Denn sonst fehlt etwas. Und du entwickelst dich auch nicht weiter.

 

Fazit:

Einfach machen hat zwei Seiten: Die erste umfasst das „einfach machen“, „einfach anfangen“, „einfach umsetzen“.

Die zweite kommt später, wenn es darum geht, die Dinge noch stärker zu vereinfachen. Einfach, damit du deine Hörer noch leichter erreichst und deine Botschaften wirklich im Geist und im Herz hängen bleiben.

 

Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit und hoffe dieser Apfel hier hat dir auch in seiner grünen Phase gut geschmeckt. 😉

Ich sage DANKE an Kerstin Wemheuer für die Inspiration. Bis 15.9.2017 kannst du selbst noch dabei sein.

Schön, dass du dabei warst!!!

Noch ein eigenes kurzes Anliegen. Damit ich dir genau die Inhalte auf die Ohren bringen kann, die du hören willst, schick mir deine Themenwünsche für die kommenden Monate per Email an info@steffischwarzack.de

Was willst du hören? Worüber willst du mehr wissen? Welche Fragen hast du? Wenn sollte ich ins Interview einladen?

Danke für deine Ideen!

Dann bis zum nächsten Mal!

Zeig dich und sprich, deine Steffi