Wie bist du zum Sprechen gekommen?

Bist du ein Naturtalent oder hast du es erlernt?

Welche Tipps hast du für jemanden, der vor einem Sprechauftritt steht?

Diese u.a. Fragen habe ich Shailia Stephens im Interview gestellt. Wir reden über deine Brillianz als Startpunkt deines Handelns, über das Loslassen von Sicherheitsnetzen, über das Sprechen in Bildern und die Angst, dass alles schon gesagt ist.

Shailias ist eine wichtige Mentorin in meinem Leben (gewesen) und ich freue mich, wenn auch du von ihr und diesem Interview sehr viel mitnehmen kannst.

Hör doch gleich hier rein:

 

 

ÜBERBLICK: In dieser Folge erfährst du …

 

  • Was es braucht, um bei Auftritten leicht und locker zu wirken
  • Dass es beim Selbstmarketing durch Sprechen (auch) darum geht, Sicherheitsnetze abzulegen
  • Dass du nur Sprechen solltest, wenn du den inneren Ruf in dir verspürst (und nicht weil alle Kollegen es gerade tun)
  • Was du tun kannst, wenn in dir die Angst ist, dass schon alles gesagt ist
  • Dass auch ein Profi Zeiten von Unsicherheit erleben kann (und was dagegen zu tun ist)
  • u.v.a.m.

SHOWNOTES: Die Links zur Folge …

 

  • Mehr über Shailia und ihre vielen tollen Angebote in den Bereichen Mentoring, Selbstlernkurse und das Beyond-Programm findest du auf ihrer Website.

 

Für Leseliebhaber: Das Interview zum Nachlesen …

Steffi: Ja hallo und willkommen zu dieser Folge von „Zeig dich und sprich“. Ich darf heute einen Interviewgast begrüßen von dem ich selbst sehr, sehr viel gelernt habe und zwar vor allem unter diesem Aspekt des „zeig dich“. Das ganz Besondere ist, dass der Gast, den ich mir eingeladen habe, dass sie mich bei ihrem ersten Sprechauftritt, den ich gesehen habe, so überzeugt hat, das war bei einem Webinar 2015. Sie hat mich einfach so davon überzeugt, dass ich dann gleich sofort gekauft habe, einen ihrer Kurse damals und nicht erst 12 Touchpoints oder so abgewartet habe, wie man das oft sagt bei „mit Kunden kaufen“. Ich finde das was ganz Besonderes, dass jemand so schnell überzeugen kann und deswegen freue ich mich besonders dich heute hier zu begrüßen. Hallo und willkommen liebe Shailia.

Shailia: Hi Steffi, guten Morgen und danke für diese tolle Vorstellung, wenn ich dich überzeugt habe. Ich glaube es war gar kein Verkaufs-Webinar oder doch?

Steffi: Nein, nein. Das war ein Informations-Webinar.

Shailia: Einfach ein Info-Webinar.

Steffi: Und am Ende gab’s dann halt die Information natürlich, dass du auch etwas anbietest. 😉

Shailia: Ah interessant. Das ist interessant. Und ich fühle mich ein bisschen wie der Mystery Gast. Es gab immer eine Sendung in USA, wo sie im Fernsehen so einen Mystery Gast da haben und dann haben die anderen mitgeraten, wer das sein könnte.

Steffi: Ja genau. Wobei das steht dann im Interview schon drauf, wenn die Leute das anklicken, dass du da bist. Aber ich habe es jetzt trotzdem so gewählt. Es wäre schade. Vielleicht mache ich es doch noch anders, das kann ich mir dann überlegen. Ich habe dich eingeladen hier, um dich diesmal vielleicht auch ein bisschen von der anderen Seite zu zeigen und kennenzulernen, nämlich den Aspekt, der jetzt vielleicht nicht immer im Fokus steht, wenn du Webinare gibst, wenn du Videos machst, nämlich über das Sprechen und welchen Entwicklungsweg du dabei selbst genommen hast. Aber die 1. Frage, die vielleicht den ein oder anderen schon noch interessiert, ist natürlich: Wer bist du, was machst du? Aber eben auch, welche Rolle spielt Sprechen dabei für dich?

Shailia: Okay, gut. Dann stelle ich mich mal einfach kurz vor. Mein Name ist Shailia Stephens, ich bin der virtuelle Coach von shailiastephens.com
In meinem Business unterstütze Solopreneure und Experten und ich bringe ihnen bei, wie sie sich auf dem Markt erfolgreich positionieren, wie sie kontinuierlich ideale Kunden gewinnen und wie sie ihre Expertise zum Business machen und sprechen spielt für mich eine sehr wichtige Rolle in meinem Business, zumal ich in einer Fremdsprache vermarkte und auch mein Business durchführe und dadurch nicht so leicht, mit Leichtigkeit schreiben kann, also zum Beispiel Blogbeiträge oder Social Media Posts. Also da habe ich es leichter, wenn ich spreche. Dann erlaubt man mir vielleicht einige mehr Fehler in der Grammatik oder mit der Satzkonstruktion bei Deutsch, wenn man hört, dass ich einen amerikanischen Dialekt habe. Daher setze ich meine Stimme ein in Webinaren, in Podcast-Interviews, in Videos, die ich aufzeichne. Also das ist die Rolle, die Sprechen spielt in meinem Business aktuell.

Steffi: Jetzt hast du das schon gesagt, im Grunde hast du aus einer Schwäche, nämlich nicht so perfekt in einer Sprache zu sprechen, eigentlich eine sehr, sehr starke Stärke gemacht, weil ich glaube viele, die dich kennen und hören, die hören dich auch gerade mit diesem Charme, den deinen Akzent natürlich mit hat.

Shailia: Ja, das ist so. Also auch, wenn es für mich oft peinlich ist, höre ich doch immer wieder öfters, dass man sehr gerne mich beim Reden zuhört, weil man diesen amerikanischen Dialekt so gerne hat und was soll ich sagen, also aus einer Schwäche wird eine Stärke.

Steffi: Ja. Ich glaube, das ist für viele Hörer egal, ob sie jetzt nicht in der Fremdsprache sprechen oder nicht, eben kann das auch was sein, was sie sozusagen weiterbringt, nämlich vielleicht hat jemand einen Dialekt aus der Heimatgegend, mit dem man sich nicht richtig traut rauszugehen oder so. Das kann eben auch dann charmant sein.

Shailia: Absolut.

Steffi: Jetzt sprichst du in der Zwischenzeit so vor 500, 600 Leuten, vielleicht sogar vor mehr, das weiß ich nicht, aber eben in deinen Webinar-Reihen, die du in der letzten Zeit hattest, waren das glaube ich immer so diese Größenordnung. Das war aber glaube ich nicht immer so. Was waren denn so für dich wichtige Stationen, wenn du mal zurückschaust auf deinem sprechenden Entwicklungsweg? Wo hast du begonnen, wo war so diese erste Auftrittssituation, an die du dich erinnerst und was kam danach?

Shailia: Also ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht gestern, weil ich wusste, dass wir heute dieses Interview führen werden gemeinsam. Als ich begonnen habe zu überlegen, wo hat es denn eigentlich angefangen, weil viele fragen mich: Ja, du bist irgendwie so ein Präsentationstalent und ist dir das einfach in die Wiege gelegt worden? Und ich muss sagen dazu, nein. Also ich weiß es nicht, ob es sowas gibt wie ein Talent, der einfach mal geboren wird und einfach das kann? Vielmehr denke ich, dass ein gewisses Interesse da ist vielleicht oder Neugier und der entsprechende Umfeld, der das unterstützt und so war es in meinem Fall und zwar bin ich in Amerika aufgewachsen und bin dort natürlich in die Schule gegangen, also in eine Privatschule und später in der öffentlichen Schule und was ich feststellen musste beim „Darüber nachdenken“ ist, dass wir, obwohl unsere Bildung nicht so hoch angesehen wird, also gerade in dem Grundschulsystem oder eben High School, also das ist nicht weltweit so anerkannt als die beste Ausbildung, die man bekommen kann, aber was wir sehr von klein auf lernen, ist das Präsentieren und das Sprechen vor Gruppen. Dort wird tatsächlich schon im Kindergarten bereits darauf Wert gelegt, dass man immer wieder mal nach vorne kommt und was vorstellt und was über sich sagt oder ein Projekt vorstellt und da wird viel Wert darauf gelegt, dass man mit der Kommunikation nach außen geht und versucht sich gut zu verständigen, checkt auch ab bei den anderen, ob es gut angekommen ist und das habe ich über meine gesamte Schulzeit gemacht und gelernt.

Steffi: Und ist es dann sozusagen für alle normal, dass sie das machen einfach und deswegen machen sie das, egal ob sie introvertiert, extrovertiert, schüchtern oder irgendwas sind? Oder gibt’s da auch Unterschiede, die du so wahrnehmen kannst?

Shailia: Also soweit ich mich erinnern kann, galt das für alle einfach und das war einfach in den täglichen Schulunterricht mit eingebaut und das ging weiter auch in der Universität, also da wurde großen Wert darauf gelegt, dass wir am Unterricht am College partizipieren, unsere Stimme quasi erheben, sagen, was wir denken darüber und dass wir eben auch präsentieren, also vor die Gruppe gehen regelmäßig und mit den anderen kommunizieren, was wir gelernt haben, was wir dort sehen an der Stelle.

Steffi: Das heißt, als du in deinem Arbeitsleben und gerade jetzt in dieses selbständige Leben rein bist, dann war das für dich schon was sehr Vertrautes dieses Präsentieren?

Shailia: Ja. Das war so. Und das ging natürlich weiter, also ich habe begonnen in 95, als ich nach Deutschland gezogen bin, zu arbeiten, also mein richtiges erstes erwachsenes Arbeiten war hier in Deutschland und ich habe gleich durchgestartet in einer Agentur für Kommunikation und Presse und Öffentlichkeit. Eines, was meinen Kollegen relativ schnell aufgefallen ist, dass ich in Präsentation quasi geübt war, dass ich da nicht so Hemmnisse habe, ich hatte da sehr viel Übung drin einfach und sie haben mich quasi immer vorgesendet, also ich wurde dann in der Agentur über die Zeit zur Präsentationsmaus ernannt. Wirklich, das war also mein Spitzname und später in meiner Karriere als ich in eher Direktorenrollen war und auch im Kontakt mit den Kunden, war ich natürlich sehr überzeugend, weil ich auch über diese 14 Jahre in dieser Karriere immer wieder vorgeschickt wurde und immer mehr gefeilt und geübt und besser wurde. Also das heißt, als ich mein eigenes Business gestartet habe, mit meinen eigenen Webinaren, war das so viel, was ein Leben lang Präsentationsübungen, was ich mitgenommen habe in mein Business.

Steffi: Ja spannend, weil da steckt eigentlich eine Botschaft ganz stark drinnen, nämlich dieses Üben. Man muss es einfach oft genug machen.

Shailia: Ja. Das ist so. Und das stelle ich fest, bei allen Sachen im Leben, es beschränkt sich auf keinen Fall nur auf das Sprechen. Ich hatte zum Beispiel letztes Jahr begonnen Gruppentrainings zu halten und Workshops und Seminare für meine Kunden und ich habe gemerkt: Oh, ich mache so viele Jahre eins zu eins Coachings, dass ich in diesem Gruppenkontext mich nicht sicher fühle und teilweise wirklich auch das Gefühl hatte, der Boden unter die Füße verloren zu haben am zweiten Tag teilweise und was war meine Antwort drauf? Meine Antwort war: Ah ja okay, brauchst du mehr Übungen in dem Bereich. Also immer, wenn ich etwas, wo ich mich unsicher fühle, stelle ich mich dieser Situation und übe einfach dort noch mehr. Das ist klar.

Steffi: Jetzt hast du, das finde ich jetzt spannend, da will ich mal ein bisschen nachfragen, weil in dem einen Kurs, den ich bei dir hatte zur Zielgruppe und Positionierung, da hast du mal geredet, man sollte schon die Dinge machen, in denen man brillant ist, weil die einem leichter von der Hand gehen, weil die Freude machen, weil man deswegen mit anderer Energie da ist. Jetzt sagst du aber natürlich schon, man soll auch üben die Dinge, die noch nicht so klappen. Wie kriegt man das zusammen? Wenn jemand zum Beispiel nicht so gut präsentieren kann, soll er es jetzt machen oder nicht, soll er es weglassen? Was wäre deine Idee?

Shailia: Ja. Also meine Antwort ist darauf ganz klar. Man soll dort anfangen, wo man eigentlich schon gut ist und wo man brillant ist im Streit. Weil das ist die Message oder auch in diesem Kurs, wo du Teilnehmerin warst, deswegen, weil die Leute meistens einfach in Paralyse gehen und nicht durchstarten, weil sie einfach versuchen Dinge zu machen, wo sie noch nicht dem gewachsen sind. Und um das, dieses Hindernis zu überwinden, kann es hilfreich sein, dort anzufangen, wo man schon gut ist und schon sich sicher fühlt. Dann die Frage nach dem „Soll ich sprechen oder soll ich nicht sprechen“? Na ja, ich denke, es gibt sowas im Leben wie eine innere Stimme, also die innere Weisheit nenne ich das ganz gerne und die sagt uns: Ganz häufig, Shailia, wenn du zum Beispiel den nächsten Schritt in deinem Business nehmen möchtest, wäre es ganz gut, wenn du … Und da kommt natürlich für jeden einzeln individuell die nächste Sache. Zum Beispiel für mich, was demnächst ansteht, ist noch mehr in Facebook Live zu machen. Ich habe auch damit begonnen, meine kleine innere Stimme hat gesagt, das ist mein nächster Entwicklungsweg und diese innere Stimme, die mich leitet, hört sich meistens leise an und manchmal fordert sie mich heraus, ein bisschen aus meiner Komfortzone raus zu gehen, weil es eine Sache ist, was ich bisher nicht so geübt habe. Aber ich kann ihr folgen und vertrauen und in diese Richtung weitermachen und das das wäre der Grund, warum du in diese Richtung gehen solltest, wenn deine innere Stimme dich dazu beruft.

Steffi: Das finde ich ganz wichtig, dass du das noch mal betonst, weil man natürlich auch dazu geneigt sein kann dem Trend zu folgen. Weil jetzt alle gerade einen Podcast machen oder alle gerade Live-Videos machen, muss ich gefühlt innerlich auch ne?

Shailia: Ja.

Steffi: Und das finde ich ganz wichtig das zu unterscheiden.

Shailia: Das ist eine sehr wichtige Unterscheidung und das wollte ich gerade mit der BETONUNG unterstreichen. Es geht gar nicht darum, aus deiner Komfortzone heraus zu gehen und zu sprechen, weil andere dir das sagen. Das führt meistens in eine Sackgasse. Also früher oder später zu einer Abneigung zum Sprechen häufig oder irgendeine andere Situation. Es geht wirklich, um den inneren Ruf zu folgen.

Steffi: Und Shailia, du hast diesen Ruf, was das Podcasten selbst betrifft, noch nicht gehört, weil du machst ja ganz viel, du machst Webinare, Live-Videos, Videos et cetera, aber beim Podcasten findet man dich nicht. Was ist das Motiv dafür?

Shailia: Also ich habe natürlich diesen Podcast Trend, wenn man so will oder diese Begeisterung für Podcasting mitbekommen, gerade im deutschsprachigen Raum ab sage ich mal 2015 wurde das ganz stark und letztes Jahr haben wirklich alle schon Podcast gehabt und tatsächlich ist das ein Trend, was in dem angelsächsischen Bereich schon längst auf dem Vormarsch ist und alle sagen, du musst einen Podcast haben. Ich bin auch kurzerhand verwirrt geworden, habe auch irgendwie gedacht, oh ja, alle machen das, ich muss es auch, aber tatsächlich meine innere Stimme ruft mich jedenfalls noch nicht dazu, also vielmehr fühle ich mich zum Beispiel hingezogen demnächst vielleicht in 2018, mal schauen, wie sich das entwickelt, vielleicht eine eigene Live Internet-Sendung zu machen, wo ich direkt mit Teilnehmern spreche und ich habe sogar begonnen darüber nachzudenken, welche Technologien gibt es, welche Formate und zwar ein großes Vorbild von mir auf dem Bereich ist mein Mentor Michael Neal, der Autor von „Inside-Out Revolution“ oder „Space within“. Er macht das schon seit länger auf Hay House Radio und wer weiß also vielleicht irgendwie ist meine innere Stimme in die Richtung eher in Zukunft, ich denke schon.

Steffi: Also ich glaube die meisten, die dich kennen, die kennen dich ja eben auch mit dem Thema Video und dass du dich wirklich da ganz zeigst, nicht nur mit der Stimme und das finde ich auch ganz passend.

Shailia: Mhm (bejahend).

Steffi: Sag, was mich auch noch interessiert, in deiner letzten Webinar-Reihe, die war im April glaube ich, da hast du in einem Video gesagt oder in einem Webinar vielmehr, dass du früher mit Skript dich vorbereitet hast und dass du jetzt aber viel lieber spontaner dich kurz vorher erst vorbereitest, um relativ frei zu sein, damit du über das reden kannst, was dir gerade wichtig ist und du hast dann auch Georg Pransky eine Geschichte von dem erzählt, die ich jetzt nicht mehr wiedergeben kann, aber vielleicht kannst du ein bisschen darüber reden: Wie bist du dahin gekommen und was ist das Motiv und ja was kann man denn machen wenn man da vielleicht noch nicht so geübt ist?

Shailia: Ja, das kann ich sehr gerne besprechen. Am Anfang, wo ich begonnen habe zu sprechen zum Beispiel für mein Business, war es in Webinaren und in Videos vor allem, die auf meinem YouTube-Kanal erschienen sind und da war ich auch noch nicht so geübt in diesem Live Sprechen vor einem unsichtbaren Publikum, wenn man so will. Meine ganzen Präsentationsfähigkeiten aus der Agenturzeit und der Schule waren er vor einem Publikum vor eine kleinen Gruppe von Menschen, die ich also quasi anfassen konnte, die waren alle bei mir im Raum. Wenn ich zum Beispiel ein Konzept vorgestellt habe vor einem Kunden, waren wir vielleicht 10 bis 15 Leute im Raum und hier plötzlich war ich in diesem neuen Space. Und zu Beginn habe ich mich abgesichert, wenn man so will, indem ich alles penibelst aufgeschrieben habe, was ich sagen will. Also ich habe teilweise für eine 60-minütiges Video oder Webinar ein ganzes Skript geschrieben, zu den PowerPoint Folien, die ich hatte, um ja nichts zu vergessen und genau die Punkte rüberzubringen, die ich vermitteln will und all das. Ich habe nicht auf meine eigenen Fähigkeiten vertraut einfach, vielleicht von einer Folie mal ein Signal zu bekommen und auch darüber frei zu sprechen und das war genauso bei meinen Videos der Fall und ich habe ganz viel entweder auswendig gelernt für in dem Fall, wenn ich vor dem Video aufgetreten bin oder ich hatte eben mein Skript vor mir liegen im Webinar, wenn man mich nicht sehen konnte. Der Effekt von diesen sich absichern wollen auf allen Ebenen war nicht so toll. Also das kam so rüber in meinen Videos und Webinaren am Anfang, man hat glaube ich gesehen oder gespürt, dass ich dort was ablese und ich wurde auch häufig gefragt: Ist das vorher aufgezeichnet? Das wirkt gar nicht live, was du da machst, obwohl es live war. Je mehr ich mich weiterentwickle in meiner Persönlichkeit und auch in meinem Geschäft ist mehr, sehe ich den Wert einfach frei zu sprechen und mich leiten zu lassen in dem Moment, wo ich gerade bin und das hat vielerlei Gründe, aber das hat ein großes Loslassen von Sicherheitsnetze und alles Mögliche bringt es mit sich und der Effekt für das Publikum aus meiner Sicht ist, dass ein viel frischerer Content entsteht, dass ich eine viel bessere Verbindung herstellen kann mit meinem Gegenüber, egal ob virtuell oder live, weil ich in dem Moment einfach präsent bin mit meinen Zuhörern und darin steht einfach eine ganz andere Magie als wenn man das alles vorbereitet.

Steffi: Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht und ich kann es gleichzeitig total gut nachvollziehen, dass jemand sagt, ich muss mich jetzt erstmal absichern, das stelle ich mir tatsächlich wie so einen Bergaufstieg vor und ich glaube es hilft einem auch erstmal diesen Weg dahin zu gehen, um dieses Vertrauen zu schaffen, wie muss ich klettern, damit das gut für mich gelingt.

Shailia: Ja absolut. Und ich glaube, jeder kann in sich spüren wie viel Absicherungsseil brauche ich für den momentanen, für diese momentane Phase, in der ich stecke auf meiner Entwicklung und du wirst selber spüren, also Zuhörer, liebe Zuhörer was bei dir notwendig. Aber auf jeden Fall kann ich ermutigen dort immer weiter loszulassen für dich selbst und für dein Publikum.

Steffi: Und was es aber auch nicht ist, wenn ich dich richtig verstanden habe, es ist ja nicht so, dass du dich nicht vorbereitest, sondern du hast ja diese toll gemachten minimalistischen Folien das heißt du hast eine innere Struktur, die schon klar ist, bloß die einzelnen Worte stehen nicht fest, die Sätze stehen nicht fest. Also was schreibst du dir konkret auf oder was überlegst du dir, damit wir es noch ein bisschen konkreter vielleicht für die Hörer machen?

Shailia: Also ich mache die Unterscheidung in dem Kontext zwischen ein Webinar zum Beispiel, wo ich wirklich lehre, wo ich ganz konkrete Inhalte vermitteln möchte und wo es darum für mich geht, dass jemand am Ende was kann und mitnimmt. Also das wäre ein pädagogischer oder didaktischer Auftrag in dem Moment, den ich an mir selber stelle und in einem solchen Webinar-Kontext, wo ich wirklich Inhalte vermitteln möchte und als Trainerin oder Lehrerin auftrete, dann überlege ich mir im Vorhinein: Wie könnte ich die Inhalte so strukturieren, dass sie leicht verdaubar sind und was auch für mich dabei eine wichtige Rolle spielt ist, dass man wirklich das mit allen Sinnen erfassen kann. Deswegen, viele Menschen sind visuelle Menschen, es gibt Studien, die besagen, dass wir zu 75% Informationen mit den Augen aufnehmen, daher diese einprägsamen großen Folien mit einem Bild drauf und ein wenig Text nur, was das Gehirn sehr freut, wenn ein Text leicht eingebunden ist in eine Grafik, aber auch ich spreche in Metaphern, in Storytelling, das hilft, dass die Information reingeht oder manchmal mache ich Interaktionen, wo man zum Beispiel auf die Tastatur was tippen muss oder was aufschreiben soll, also dann wird quasi der Körper mit eingebunden. Also in diesen Situationen, wo ich einen pädagogischen Auftrag habe, dann versuche ich über alle Sinne die Information zu vermitteln. Und dort ist ein bisschen mehr Vorbereitung aus meiner Sicht notwendig oder es freut mich das zu tun für meine Zuhörer, um denen die Aufgabe abzunehmen das selber irgendwie verarbeiten zu müssen. Wiederum wenn ich in anderen Kontexten bin, in Facebook Live Videos oder wenn ich ein Video aufnehme, dann kann es durchaus sein, dass ich mir nur eine Überschrift überlege und einfach total frei losspreche. Ich sehe das in dem Moment nicht als einen pädagogischen Auftrag, den ich habe, sondern es ist vielmehr eine Inspiration, ein Impuls, ein Herz zu Herz Gespräch, ich vermittle, was ich in letzter Zeit an Erkenntnissen gesehen habe und wie das für mich sich eröffnet hat und da bereite ich viel weniger bis gar nichts vor.

Steffi: Was du zuerst gesagt hast, das finde ich nochmal ganz wichtig das hervorzuheben, weil ich finde, du bist echt für mich eine der größten Meisterinnen der Metapher, weil du in jedem deiner Videos oder Webinare hast du immer Metapher drin. Auch vorhin kam wieder diese Metapher gerade auf mit dem Absichern und schon war dieses Bild im Kopf von Bergklettern und eben sich in der Hinsicht absichern. Purzeln die so aus dir raus in der Zwischenzeit oder hast du das mal geübt?

Shailia: Ich habe das nie geübt. Vielmehr ist mein Gehirn, ich glaube ich denke in Metaphern. Ich sehe ganz viele Bilder vor mir, ich erfasse die Welt in Geschichten. und ich habe irgendwann mal begonnen einfach viel mehr darauf zu vertrauen, dass diese Art und Weise wie ich die Welt sehe, dass ich das einfach auch weitergeben kann mit dem Vertrauen, dass auch andere die Welt in Bildern sehen. Das kommt nicht von der Übung, sondern das ist einfach eine wie soll ich das sagen das ist ein Bild in meinem Gehirn, als würde man quasi ein Loch aufmachen und reingucken und das ist das, was ich sehe, gebe ich einfach in die Welt weiter.

Steffi: Spannend, toll. Ich finde die immer sehr, sehr einprägsam. Ich kannte das als rhetorisches Stilmittel natürlich, aber das so bewusst nochmal bei dir in Aktion zu erleben, fand ich total anregend, da selber nochmal mehr drauf zu achten.

Shailia: Ja es könnte auch eventuell ich weiß es nicht, aber auf beiden Seite von meiner Familie komme ich, also habe ich Native American Blood, also amerikanische Indianer und ich weiß nicht, wie man das auf Deutsch sagt und in dieser Tradition von den Cherokee Indianern zum Beispiel, war Storytelling einfach immer das Mittel, um Wissen weiterzugeben und Werte weiterzugeben, um das Verständnis über die Welt und über uns Menschen weiterzugeben und sicher ist auch vielleicht einiges dabei, das meine Familie auch das so weitergegeben hat auf eine gewisse Weise und mich womöglich. Darüber habe ich auch neulich nachgedacht, wo wir in Colorado waren und die ganzen Indianer Dwellings gesehen haben dort in den Klippen und ja, weiß ich nicht, aber es könnte sein.

Steffi: Ja, ich finde das total spannend. Ich glaube schon, dass das Gehirn teilweise anders geschaffen ist und dass man das ein Stück vererbt und dementsprechend auch die Denkweisen vererbt. Aber Fakt ist, dass diese Metaphern für alle bereichern sind für das eigene Zuhören und Denken.

Shailia: Ja und ich höre immer wieder die Frage von für meinen Kunden und Interessenten, die sagen: Boah, Shailia, das, was ich da draußen vermitteln möchte in der Welt, also sie haben eine Message, sie haben Fähigkeiten, sie haben was auch immer, was sie weitergeben möchten und sie machen sich Sorgen oder sie haben Angst, dass das schon gesagt ist. Das ist bei mir genauso. Wenn ich ein Webinar halte über Zielgruppe und wie wichtig ist es ist seinen Wunschkunden zu kennen, um sie auch ansprechen zu können, das ist ja nichts Neues. Die Art und Weise, wie ich das erkläre in meinem Fall mit diesen verrückten Metaphern, die ich übereinanderstapele in einem ganzen Webinar, ist meine besondere Art das zu vermitteln und deswegen können Leute, die den gleichen Inhalt vielleicht von jemand anders schon gehört haben, das plötzlich ganz anders erfassen und deswegen kann ich alle nur ermutigen ihren eigenen Stil zu entdecken, aber das kommt nur mit Übung.

Steffi: Definitiv, ja. Und sag, Shailia, gibt es noch sowas, dass du Momente hast, wo du nervös oder aufgeregt bist vor irgendeinem Live Video oder Live Webinar oder sowas?

Shailia: Ja. Also sagen wir mal so, in allen Bereichen meines Lebens und meines Geschäftes ist es so, dass je mehr Übung ich habe in einer Sache desto weniger Nerven kriege, also Nervosität bekomme ich und doch gibt es Situationen, wo ich eine Gedankenschleife in meinem Kopf habe, wo ich dann plötzlich beginne zu denken, etwas ist besonders wichtig. Also bei dem Event ist plötzlich etwas besonders wichtig, ich muss das irgendwie besonders gut machen, kompetent rüberkommen, clever wirken oder bei dem Video. Ja natürlich, also aus dem Nichts habe ich diesen Gedanken und wenn der Gedanke dort ist, ist es jetzt besonders wichtig, dann kriege ich auch Nervosität und dann darf ich weitermachen mit meinem Sprechen und erleben wie es ist wieder mal aus einer nervösen Lage heraus zu sprechen. Also ich gebe dem gar nicht so viel Bedeutung. Ich sage „Aha okay, diese Gedanken sind wieder dort, die lösen Gefühle aus und das Gefühl ist dort, das heißt nichts, ich mache einfach weiter“.

Steffi: Ja super. Da hast du jetzt schon die Lösung mitgegeben. Fantastisch. Also nochmal zusammengefasst. Der Gedanke kommt auf, du nimmst dieses körperliche Gefühl war und dann sagst du „Das ist ein Gedanke“ und lässt ihn sein und machst weiter.

Shailia: Ja, weil das ist das Missverständnis, was viele haben. Wir wurden geschult auf unsere Gefühle zu achten und denen eine wahnsinnig wichtige Bedeutung zu geben und dann daraus könnte man zum Beispiel ableiten: Oh Gott, ich bin nervös, ich bin nicht fürs Sprechen geschaffen. Das ist aber nicht die Bedeutung, die damit gesagt wird. Die Bedeutung ist nur: Gedanke verursacht Gefühl, mehr nicht.

Steffi: In deinen eigenen Programmen spielt das ja immer wieder eine ganz starke Rolle, gerade in diesem „Beyond Programm“ glaube ich, (Shailia: Ja) was ich so mitbekommen habe. Wer das nochmal vertiefen will, kann das dann gerne bei dir in der Arbeit machen. Ich finde es total bereichernd einfach so diese Gedankenschleifen aufzunehmen, zu sagen „Okay, das ist eben nur ein Gedanke, fertig“.

Shailia: Absolut.

Steffi: Vielleicht jetzt zum Abschluss, du hast ja schon ganz viele Tipps an ganz vielen Stellen gegeben, aber wenn du jetzt nochmal jemanden, der zögert mit seinem eigenen Auftritt und sagt „Ach, ich trau mich nicht so ans Präsentieren, an Video, an Webinare ran“, was gibst du dem nochmal mit als Botschaft mit deiner Erfahrung.

Shailia: Also mein Tipp wäre, dich nicht verrückt zu machen deswegen und schon gar nicht deine Gedankenkapazität damit zu verschwenden, dass es anders sein sollte als es gerade ist, sondern einfach vertrauen drauf, dass wenn die Zeit da ist, dass du sprechen solltest, dann wird es da sein und es wird dich es wissen lassen und es wird wie der ganz logische nächste Schritt sich anfühlen. Also wir müssen uns nicht abmühen Dinge zu tun, die gerade nicht dran sind und uns dafür peitschen und quetschen dafür, sondern wir können einfach sagen: Ah ja okay, scheinbar ist es nicht gerade dran und vielleicht wird‘s dran sein oder nicht, aber es ist nicht meine Aufgabe das zu steuern. Und wenn du das tust, hast du schon die Hälfte deiner Sorgen To-Do-Liste weggestrichen und hast mehr Kapazität dafür frei, um das zu tun, was gerade ansteht, was auch immer das ist.

Steffi: Schön. Dann Shailia, wo findet man dich denn und was kann man bei dir eben alles machen und finden und kaufen?

Shailia: Machen und finden, kaufen. Das hört sich lustig an. Also meine Haupt-Website findet man unter shailiastephens.com und ich denke, Steffi, wirst du das unterhalb des Podcast … (Steffi: Das verlinke ich, genau.) Genau. Und meine Arbeit ist aktuell in drei Hauptbereiche unterteilt, das eine ist das Thema Marketing, also auf the Point und da ist ein Link auf meiner Website, da geht man hin zu meinem Online Store, wo man Selbstlernkurse erwerben kann, wie man ein Business aufbaut, das man liebt und von dem man gut leben kann. In diesen Kursen und Trainings lernt man wie das geht, Schritt für Schritt. Das ist vor allem für Experten und Solopreneure gedacht, die ein herzgetriebenes Business aufbauen wollen, das heißt das sind Menschen, die andere Menschen lieben und die denen helfen wollen in ihrer Weiterentwicklung, überwiegend Coaches, Trainer, Berater und andere Solopreneure, die ein herzgetriebenes Business haben. Der nächste Bereich und das hast du erwähnt, Steffi, ist das Thema Bewusstsein. Denn vieles, was wir tun in unserem Geschäft da draußen wird entweder beschleunigt oder behindert, je nachdem wie wir unsere innere Einstellung ausgerichtet haben. Also da redet man häufig auch von Mindset oder mentales Set. In unseren Kursen bei „Beyond“ sprechen Sandra Heim und ich ganz viel drüber und wir werden, wir sind kurz davor eine neue Website zu launchen und das wird man ebenfalls auf meiner Website unter shailiastephens.com finden, der Link zu diesen Mindset-Themen und Programmen, wo wir demnächst viele Videos dazu drehen werden. Und ansonsten kann man mich für Mentoring buchen, das ist auch die Art und Weise wie Steffi und ich zusammengearbeitet haben. Das ist Eins-zu-Eins-Zusammenarbeit, um individuelle und maßgeschneidert an deinem Business zu arbeiten.

Steffi: Ich kann das nur empfehlen, aber ich glaube, die anderen Sachen sind auch wunderbar, also diese Video-Webinare von den Selbstlernkursen habe ich ja mitbekommen. Ich kann dich nur ans Herz legen bei den anderen.

Shailia: Vielen Dank, Steffi.

Steffi: Dann sage ich dir ganz herzlichen Dank, dass du heute hier warst und dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast, wie die Sprechwege auch bei dir gegangen sind und ich hoffe, dass du lieber Hörer die ein oder andere Sache rausnehmen konntest für dich, um einen Schritt weiterzugehen mit deinem eigenen Sprechen. Und dir vielen Dank nochmal Shailia und bis bald sage ich einfach.

Shailia: Tschüss, vielen Dank.

Steffi: Ja, danke. Tschüss!