Das da ist Frida. Ein Offline-Buch für BloggerInnen. DSC_0040

Frida könnte auch der Name einer meiner Kundinnen sein. Genauso wie diese Frida hier ist sie ständig am sich weiterentwickeln. Allerdings fragt sie sich dabei auch: Wann bin ich wirklich ich? Bin ich authentisch, wenn ich dies oder jenes tue? Z.B. dann wenn ich an meinem Sprechen arbeite?

Für viele ist es essentiell: authentisch sein. Das ist ein großer Wert. Ohne geht gar nicht.

Heute geht es daher hier um die Antwort auf die Frage:

Wann bin ich wirklich ich? Wann bin ich wahrhaft authentisch? Und darf ich, wenn ich das will, überhaupt etwas an meinem Sprechen und Auftreten verändern?

Ich betrachte dies aus dem Blickwinkel eines (alten) Phänomens (mit neuem Namen): EMBODIMENT.

Meine Gedanken sind Teil von #Frida – Bloggen zwischen zwei Buchdeckeln.

Frida (#frida16) ist ein Projekt der Rednermacherin Judith Torma Gonçalves. In einem Buch – der „Frida“ – haben Trainer, Berater und Coaches die Möglichkeit, ihre Sicht auf „Kommunikation ist wertvoll“ zu Papier zu bringen.

Hier ist mein Beitrag:

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Was meint Embodiment?

 

Als Embodiment, auch Verkörperung genannt, wird das Wechselspiel zwischen Körper und Psyche bezeichnet. Denken und Fühlen drücken sich im Körper aus. Der Körper wiederum trägt zum Denken und mentalem Befinden bei. Beide spiegeln sich ineinander.

Der folgende Spruch drückt dies wunderbar aus:

„Lache ich, weil ich glücklich bin ODER Bin ich glücklich, weil ich lache?“

Embodiment ist ein Kreislauf, den man von einer oder von der anderen Seite aus betrachten kann.

Embodiment ist zudem die Basis für den eigenen Ausdruck mit Sprechen und Stimme. Diese sind nur aus dem Zusammenspiel von Psyche UND Körper heraus zu begreifen.

Daher ist Embodiment, also die Verkörperung einer Idee, einer Stimmung oder eines Wertes für alle sprechenden Unternehmer von Wichtigkeit.

 

Warum ist das für uns als Unternehmer und Dienstleister relevant?

 

Was wir in diesem Leben erfahren, prägt uns. Es prägt unsere Haltung. Und zwar die innere (Denken/ Fühlen) als auch die äußere (Körper). Da das aber ein Kreislauf ist, kann ich von verschiedenen Seiten darauf Einfluss nehmen. Hier drei Beispiele von vielen mehr:

1. Körper ändert Emotion: Wenn ich mich angesichts einer wichtigen Gesprächssituation gerade unsicher fühle, kann ich meine Körperhaltung verändern, was mein Befinden positiv beeinflusst (vgl. Studien unter Fritz Strack und Amy Cuddy).

2. Achtsame Beziehung zu sich selbst: Um gut mit anderen zu kommunizieren, hilft eine klare Position zu haben. Die Beziehung zu sich selbst ist die Basis dafür. Was denke ich? Was fühle ich? Wie geht es meinem Körper? Diese Fragen bilden idealerweise das tägliche Handwerkszeug, mit dem wir uns auf unsere Arbeit – die Gespräche mit Anderen – vorbereiten.

3. Ohne Muskelarbeit kein (Mit-)Fühlen: In Zeiten von Schönheits-OPs und Botox sollte man wissen, welche kommunikativen Nebenwirkungen dies haben kann. Untersuchungen (weitere hier) bei Personen, die sich mit Botox Gesichtsfalten unterspritzen ließen, haben gezeigt, dass sie die Feinheiten in den Untertönen von Aussagen nicht mehr so genau wahrnehmen konnten, wie ohne die lähmende Wirkung auf die Gesichtsmuskulatur. Vermutlich brauchen wir also die Bewegung unseres Muskelsystems für unser Fühlen!

 

Wie lassen sich die Erkenntnisse aus dem Embodiment nun im Alltag für sich nutzen?

 

Bewege dich im Außen!

Wenn Innen und Außen sich gegenseitig beeinflussen, heißt das, diesen Mechanismus kann man für sich nutzen.

Du willst was in deinem Fühlen verändern, dich zum Beispiel nicht mehr schlecht fühlen? Beginne mit deinem Körper!

Bist du z.B. nervös vor einer Präsentation oder plagt dich oft Lampenfieber? Dann kannst du diese Gefühle und dein Denken durch Körperbewegungen durchbrechen.

  • Bewege dich viel.
  • Tanze.
  • Laufe.
  • Mache Dinge, die dich außer Atem bringen. Treppensteigen zum Beispiel.
  • Mache zudem ungewohnte Bewegungen. Diese unterbrechen Muster im Denken und genau das kann man bei Nervosität gebrauchen.

 

Der Hirnforscher Gerald Hüther benutzt in einem seiner Vorträge den Spruch: Der Geist denkt, der Körper lenkt. Lass auch dich von deinem Körper lenken.

 

Beweg dich im Inneren!

Du willst, was in deinem Körper verändern? Beginne mit deinem Denken!

Warum?

Unsere Zellen erneuern sich ständig selbst. Die Hautzellen aller 2 Wochen, Leberzellen aller 2 Jahre. Aller 7 Jahre so sagt man, ist man sogar ein ganz neuer Mensch (was bis auf ein paar Ausnahmen auf Zellebene stimmt).

Nährende Gedanken unterstützen dies! Mit Aufmerksamkeit und Liebe heilt der Körper besser als ohne. Unser Körper ist über das Denken beeinflussbar!

An dem Spruch aus dem Talmut „Achte auf deine Gedanken denn sie werden zu Worten“ ist also etwas dran. Auch wenn dies erst in den letzten Jahren Beweise in der Wissenschaft fand.

Man könnte den Spruch anpassen an:

Achte auf dein Denken, denn es zeigt sich in deinem Körper!

 

 

Mache neue Erfahrungen!

Erfahrungen prägen unsere Haltungen sowohl innen als auch außen. Neue Erfahrungen führen also zu neuen (anderen) Haltungen. Also auch zu neuen Denkweisen.

Wenn du merkst, dass du dich mit deinem Denken im Kreis drehst, mach etwas Neues.

Es muss nicht immer gleich eine Weltreise sein. Auf nur einem Bein hüpfen oder mit der schwächeren Hand die Zähne putzen kann schon kurzfristig helfen. 😉

So kommst du aus der Gedankenspirale raus. Und dann ist die Weltreise auch leichter anzugehen.

 

Liebe deinen Körper!

Deinen Gedanken sind in dieser Welt nichts ohne deinen Körper. Er ist die Basis für deinen gesamten individuellen Selbstausdruck. Behandelst du ihn auch immer mit solch wertschätzender Kommunikation wie es angebracht wäre?

Es geht hier nicht um Schönheitsideale, Waschbrettbäuche o.ä.

Es geht viel mehr um Achtsamkeit und um bewusstes, leibliches, sinnliches Erleben im Hier und Jetzt.

Wie stehst du gerade? Wie aufrecht bist du? Wie gut kann dein Atem fließen?

Nimm das wahr. Mehr nicht.

Eine meiner Lieblingsübungen dazu ist die Spiegel-Selbstliebe-Übung. Hier die Kurzbeschreibung: Stell dich 30 Tage lang einmal täglich vor einen großen Spiegel und betrachte jeden Teil von dir mit Liebe und Achtsamkeit. Und dann beobachte: Was verändert sich?

(Wenn du die ausführliche Version lesen magst: die gibt es in meinem Gratis-Ebook bei Eintrag in die Newsletterliste. Lust darauf?)

 

Embodiment und Authentizität – Was hat das miteinander zu tun?

 

Viele meiner Kunden fragen sich: inwiefern bin ich noch authentisch, wenn ich an meinem Sprechen arbeite?

Dahinter steht die Befürchtung, dass wir in der Veränderung ein Anderer werden als wir in Wahrheit sind.

Wahrhafte Authentizität verlangt jedoch, dass du situationsadäquant reagieren kannst – so meine Erfahrung. Wir sind nicht immer gleich. Authentizität heißt auf Situationen neu zu reagieren. Wie aber kann das gehen?

Embodiment ist eine Bedingung für Authentizität.

Authentisch sein meint: dir deines Inneren selbst bewusst sein + dem Ausdruck zu verleihen.

Mit Körper. Mit Stimme. Mit Sprechen.

Es braucht dazu das optimale Zusammenspiel aus deiner inneren Haltung und den äußeren Werkzeugen des Selbstausdrucks. An beiden kann man „arbeiten“ bzw. sich entwickeln.

Authentisch sein heißt, dass die inneren und äußeren Entwicklungen Hand in Hand gehen.

Außen eine Technik aufsetzen und innerlich aber nicht so weit sein, wirkt lächerlich. Bei sehr jungen Menschen, die im Anzug rumlaufen, „weil man es eben so macht“, fällt uns das z.B. oft auf.

Wenn wir uns innerlich „gefunden“ haben, das aber nicht ausdrücken können, weil unsere Stimme nur einen Bruchteil der Klangfacetten wiedergibt, die wir haben (könnten), dann ist das auch nicht authentisch.

Deswegen brauch es für wahre Authentizität die Kombination aus innen und außen. Und da kommt Embodiment, die Verkörperung, ins Spiel.

 

Fazit:

Embodiment meint das Zusammenspiel aus innerer und äußerer Haltung. Als sprechender Unternehmer ist dies unsere tägliche Basis für unsere Wirkung auf Andere. Wenn beides Hand in Hand geht, wirken wir echt und wahrhaftig auf Andere. Das macht uns attraktiv.

Also zeig dich – und sprich! Authentisch und mit Haut und Haar sozusagen.

Deine Steffi

 

PS: Und hier noch ein kleines persönliches Fazit.

Meine Teilnahme bei der Frida hat nicht nur bewirkt, dass ich meine Stifte mal wieder hervorkramte, um zu illustrieren. V.a. konnte ich viele spannende Beiträge von KollegInnen lesen. Hier der Link zu allen Beiträgen der Mitschreiberinnen und -schreiber der #Frida Aktion. Es lohnt sich sehr wie ich finde. Viel Spaß beim Stöbern!

 

Und was meinst du?

Woran erkennst du, dass jemand authentisch ist? Was können wir tun, um authentisch zu sein und auch so eingeschätzt zu werden?