In dieser Folge zeige ich dir, wie du dein Sprechen auf den Punkt bringst.

Und zwar spontan und doch durchdacht und strukturiert. Ohne ewiges Gelaber. Klarheit statt Blabla.

Attraktiv für dich? – dann hör gleich rein!

 

 

ÜBERBLICK: In dieser Folge erfährst du …

  • wie man sich innerhalb von wenigen Minuten auf einen Sprechauftritt (Video etc.) vorbereiten kann
  • warum deine Inhalte auf einer Serviette Platz haben sollten
  • wie du so sprichst, dass du spontan auf dein Publikum reagieren kannst

SHOWNOTES: Die Links zur Folge …

 

BLOGARTIKEL: Für Leseliebhaber …

Wie kann ich mich Zeit sparend vorbereiten für mein Sprechen?

 

Hallo und willkommen zu dieser aktuellen Folge von „zeig dich & sprich“. Heute steht das Sprechen ganz besonders im Vordergrund.

Ich sitze jetzt gerade hier an einem Abend kurz vor 10 Uhr am Mikro. Ich freue mich innerlich schon auf ein paar freie Urlaubstage und gleichzeitig denke ich: „Ach, ich wollte doch noch die Folge vorproduzieren, damit ich nicht aus dem Urlaub heraus das alles machen muss, sondern da tatsächlich frei habe.“

Du wirst dir vorstellen können, die Zeit sitzt mir mal wieder ein bisschen im Nacken.

Was also kann ich tun, um wirklich zeitsparend diese Folge zu produzieren?

Nun, ich bereite mich nur kurz vor.

Du kannst dir vorstellen, wenn du mich schon ein bisschen jetzt kennst, das ist eine Herausforderung, da ich ja ein sehr gewissenhafter Mensch bin, aber – und das passt mal wieder prima zur Folge – ich habe genau das gemacht, was ich dir heute hier zeigen möchte.

Ich habe mir nämlich eine Redestruktur angeschaut beziehungsweise die heute angewandt, mit der ich relativ schnell meine Gedanken strukturieren kann und dir dann vermitteln kann.

Heute rede ich darüber, damit du auch davon was hast.

Von all den Redestrukturen in der Rhetorik, die es da draußen gibt, das sind ja unendlich viele, zeige ich dir heute nur eine einzige.

Eine, die ich für das spontane Sprechen eben für sehr, sehr relevant halte.

Ich zeige sie dir erstens, weil man da bei seiner Vorbereitung Zeit sparen kann, ich zeige sie dir, weil sie dir auch eine Struktur gibt, deine Gedanken gut zu ordnen und sie hilft dir deswegen, weil du dich nicht zu sehr festlegst, dass du eben eine gewisse Flexibilität behältst, zum Beispiel auf spontane Fragen von deinem Publikum zu reagieren. Sei es in echten Live-Events, sei es in Webinaren, sei es in Live-Videos, dass du wirklich reagieren kannst. Und das, genau das gibt dir dann wirklich eine Note von authentisch sein, von beim Publikum sein, weil mit jedem festgeschriebenen Satz, den du hast, kannst du eben gar nicht mehr so bei den anderen sein. In einem Podcast mag das passen, auch die Dinge etwas länger auszuformulieren, wenn man denn Lust hat, sich die Zeit der Vorbereitung zu nehmen.

Es gibt also viele, viele gute Gründe, wie du merkst, die dafür sprechen, es relativ knapp zu machen, auch wenn man jetzt nicht so der große spontane Losquatscher ist.

Also, wenn du das nicht bist und es trotzdem versuchen willst, dann ist diese Folge genau für dich gemacht.

 

Eine Redestruktur fürs spontane und geplante freie Sprechen und Präsentieren

Was stelle ich dir hier vor? Es ist die klassische Redestruktur der Rhetorik, die wir hier heute anschauen und zwar der sogenannte 5-Satz. Vielleicht hast du das schon mal gehört. Die Idee dahinter ist:

Bereite dich so vor, dass du im Grunde deine Rede auf 5 Sätze beschränkst.

Du brauchst also nur 5 Sätze beziehungsweise 5 Überschriften. Und wenn du die hast, hast du dein Ding in der Tasche. Die Idee dahinter ist auch, du solltest im Grunde deine ganze Struktur, deine Vorbereitung auf einer Serviette unterbringen.

Stell dir vor, früher – weil viele von euch, die ihr zuhört, ihr seid wahrscheinlich nicht so analog unterwegs – stell dir vor, du hast einen Stift dabei im Café, hast eine Super Idee, schnappst dir eine der Servietten, die dort rumliegen, zusammengefaltet noch, nicht so ein Riesending, sondern wirklich eine ganz einfache kleine, wo du deine 5 Gedanken, deine 5 Hauptüberschriften festhältst.

Dann kannst du später, du kannst generell, auch wenn du mal nicht diese Redestruktur benutzt, jetzt schweife ich gerade ab, du merkst das, kannst du diesen Serviettentest auch machen.

Wenn du merkst, du hast viel zu viel zu sagen, dann ist das eine wunderbare Struktur, die dir hilft, auf den Punkt zu kommen, weil du nämlich dadurch einfach die Möglichkeit hast, zu gucken:

Okay, was ist die Essenz, die ich da aufschreiben muss? Und mehr hat da kein Raum. Das ist die Idee daran, der Gedanke.

 

Was genau umfasst der Fünfsatz?

 

Was genau das beinhaltet, ist im Grunde, dass du dir eine Einleitung überlegst: Wie holst du die Zuhörer ab, dass sie Interesse haben? Du musst also im Sinne dieser AIDA-Formel die Attention, also die Aufmerksamkeit deiner Hörer bekommen, dass die Lust haben, dir weiter zuzuhören. Du solltest einen Hauptteil mit deinen Hauptideen, deinen Hauptgedanken, rüberbringen und dann nochmal in einem Schluss die Botschaft, deinen, in der Rhetorik heißt das oft Zielsatz oder Zwecksatz, also was ist die Message, die du rüberbringen willst? Ganz wichtig, wenn du ganz, ganz viel zu sagen hast, und das frage ich auch immer meine Kunden, wenn wir an Präsentationen, an Vorträgen arbeiten:

Wenn du nur einen einzigen Satz zur Verfügung hättest, welchen müsstest du unbedingt sagen, damit du da rausgehst und sagst „Ja, ich habe meine Botschaft rübergebracht“?

Dieser eine Satz ist das Ding, auf das alles hinausläuft und den musst du dir im Vorfeld überlegen.

Das ist im Grunde dann schon alles. Dieser Mittelteil, dieser Hauptteil, der wird oft nochmal in 3 Schritte untergliedert, daher entsteht diese Idee des 5-Satzes.

Du hast also die Einleitung, du hast die 3 Schritte im Mittelteil, die Überschriften, und dann hast du den Schluss, das ist der 5. Satz, daher 5-Satz.

Dieser 3-Schritt in der Mitte, der hat auch wieder einen rhetorischen Namen, Trikolon, falls du das mal nachlesen magst.

Aber wie das Ganze heißt, das ist für uns jetzt hier gar nicht relevant, sondern relevant ist, zu gucken: Wie holst du deine Hörer ab? Was ist dieser eine wichtigste Satz, den du rüberbringen willst und was packst du in die Mitte, damit du ein bisschen Stoff und Argumente hast, die du wahrscheinlich rüberbringen willst?

 

Wie geht der Fünfsatz in der Praxis?

 

Da habe ich dir im Grunde auch schon das „Wie“ ziemlich stark erzählt, aber ich erkläre dir noch ein bisschen, was machst denn du jetzt im praktischen Teil?

Was machst du zum Beispiel, wenn du merkst: Ich habe ja nicht nur 3 Hauptpunkte, die ich bringen möchte im Hauptteil, sondern ich habe 4?

Ganz ehrlich, unter uns hier. Ich bin der Meinung, dann bringst du die 4, auch wenn die großen Rhetoriker gesagt hätten, die Regel geht mit dreien.

Die Regel ist vor allem dafür da, dir zu helfen, und wenn es dir hilft 4 Dinge zu bringen, dann bringst du 4 Dinge.

Dein Publikum weiß überhaupt nichts von diesen Redestrukturen und wird da auch nicht drauf achten, wenn es dir inhaltlich folgt. Also bring das da auf jeden Fall rein.

Der Grundgedanke von diesem 5-Satz ist im Grunde, dass du kurz und knapp bist und das bist du bei 4 Hauptgedanken im Mittelteil immer noch.

Du bist es aber nicht, wenn du da 12 reinbringst. Okay, jetzt wird der eine oder andere von euch wahrscheinlich denken: Na ja, ich habe aber da so 12 goldene Regeln, die wollte ich jetzt in meinem Webinar darstellen. Zum Beispiel lass es uns die 12 goldenen Regeln der guten Ernährung nennen. Wie mache ich das denn da?

Dann ist mein Tipp für dich: Überlege dir Überkategorien.

Eine Überkategorie könnte sein, das ist dann der 1. Hauptteil: „Warum du diese 12 Regeln für dich anwenden solltest.“

Dann heißt der 2. Hauptteil wahrscheinlich sowas wie „Die 12 goldenen Regeln der guten Ernährung“.

Dann heißt der 3. Teil: „Welche Hürden und Fallen du bei den 12 goldenen Regeln erleben kannst und was du dagegen tun kannst“ zum Beispiel.

Und schon hast du für dich eine logische Struktur und kannst eben souverän deine Präsentation in diesem Webinar rüberbringen. Genau das ist es.

Du brauchst vor allem für dich diese gedankliche Klarheit, weil dann kannst du frei darüber sprechen.

 

Und nun? Ist der Fünfsatz alles?

Was ist jetzt noch dazu zu sagen?

Das Ganze ist ja jetzt nur das nackte Gerüst, das ist sozusagen das Skelett, das ist der rote Faden, das sind die Steine im Fluss, auf die du springen kannst, wenn du dich mal im Strudel deiner Gedanken verlieren solltest.

Oder auch im Strudel der Rückfragen, weil dein Publikum dich so viel fragt. Das sind also die Dinge, an denen du dich festhalten kannst, wo du dich anklammern könntest.

Darüber hinaus lohnt es sich natürlich auch, wenn du dir den ein oder anderen Gedanken auch noch Zeit nimmst, wie kannst du das Ganze denn nett gestalten? Welche Storys, welche Geschichten nimmst du mit rein, welche Beispiele willst du erzählen und welche Fakten sollen rein?

Vielleicht willst du an der ein oder anderen Stelle dann doch nochmal 5 Minuten mehr investieren und darüber nachdenken, wo du ein paar Zahlen, Daten, Fakten recherchierst oder, oder, oder.

Das sind all die wunderbaren schmückenden kreativen Mittel, die man auch nutzen kann. Aber die machst du nur, wenn du viel Zeit hast und wenn du Bock hast.

Wenn du aber sagst: Okay ich mache jetzt mal ein Live-Video und ich will mich nur 15 oder 20 Minuten drauf vorbereiten, dann lässt du das eben weg und vertraust dir darauf, dass dir schon ein paar tolle Beispiele einfallen werden.

Welche anderen Redestrukturen gibt es noch?

 

Was auch noch zu sagen ist, es gibt viele andere Redestrukturen, die möchte ich hier mal nennen. Nicht alles muss mit dem 5-Satz gemacht werden beziehungsweise viele Dinge findest du auch in ähnlicher Form wieder, die ein bisschen anders heißen.

Es gibt zum Beispiel das 4Mat-System. Wenn du genau aufgepasst hast, wirst du gemerkt haben, dass ich heute gar nicht streng genommen nach diesem 5-Satz rede, sondern dass ich im Grunde einen 6-Satz mache und mir dieses 4MAT-System mit eingebaut habe. Gerade bin ich im letzten Teil davon, nämlich in dem Was-wäre-wenn-Teil.

Ich erkläre dir hier jetzt gar nicht viel darüber, aber ich verlinke dir ein paar Informationen dazu und vielleicht mache ich auch mal eine einzelne Folge dazu, weil es ein spannendes Ding ist, mit dem ich sehr gerne arbeite.

Im Grund geht es darum, wie man seine Rede strukturiert, nämlich mit solchen Fragen wie: warum, was, wie und was wäre, wenn?

Ähnlich findest du das bei Simon Sinek. Du hast vielleicht schon das TED-Video zum Golden Circle gesehen, vielleicht hast du auch sein Buch „Start With Why“ gelesen, wo er im Grunde die These vertritt: Man sollte immer zuerst das Warum sagen, dann das Wie und dann das Was und so kriegt man einfach die Leute besser in seinen Präsentationen.

Die großen Unternehmen, die er da alle zitiert, haben das alle so gemacht, für ihre Werbekampagnen, für ihr Marketing. Das ist die Grundidee da dran.

Wenn du genau hinschaust, dann wirst du merken, er hat nur einen Teil von diesem 4MAT-System weggelassen und die anderen Teile hat er auf jeden Fall da drin.

Weder er noch die Leute, die sich auf dieses 4MAT-System beziehen, sind übrigens die reinen Erfinder, sondern man findet im Grunde diese Strukturen in ähnlicher Form sogar schon in der Antike bei Aristoteles.

Das ist einfach eine ziemlich gute und logische und den Menschen inhärente Art und Weise Dinge zu strukturieren.

Wenn du es ein bisschen komplizierter haben willst, kannst du auch das 13-Boxen-System verwenden, was ich auch spannend finde, wo ich aber merke, für eine schnelle Vorbereitung ist mir das schon wieder fast zu komplex.

Auch da findest du von der Grundstruktur diesen 3-Schritt wieder drin, bloß das der dann nochmal in Unterschritte unterteilt ist. So die grobe Idee

 

Fazit:

Was ich dir mitgeben will? Ich möchte dir mitgeben, komm endlich mehr auf den Punkt und mach’s dir leicht.

Zwei Botschaften, auch das sagen die Rhetoriker, das darf nicht sein!!!

Aber mir ist das gerade wichtig. Und es sind nun eben gerade zwei!

Ich höre unglaublich viele Vorträge, Videos, Audios an und ich denke immer mehr oder ich bemerke immer mehr eine gewisse Unruhe in mir, ich bemerke eine Ungeduld, weil ich das Gefühl habe, wir tendieren gerade dazu, möglichst viel draußen zu reden und wenig zu sagen. Das ärgert mich und ich merke da in mir so einen politischen Wunsch aufzukommen zu sagen: Hey Leute, bringt’s auf den Punkt, macht es knapper, zeigt euch, aber zeugt euch mit dem wirklich guten Wissen und nicht mit viel drum herum.

Ich bin der Meinung, das kann man eben auch in einer relativ kurzen Zeit und in einer relativ kurzen Vorbereitung schaffen.

Meine These.

Wenn du der Meinung bist oder anderer Meinung bist, dann schreib mir gerne in die Kommentare.

Ich wünsche mir, dass du es schaffst, wirklich deine Vorbereitung auch für Online-Medien, dass du das analog tun kannst, mit einer Serviette und einem Stift. Weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass du dadurch deine Botschaft ganz prägnant rüberbringst und dadurch eigentlich eine viel bessere Wirkung hast.

Deswegen also nochmal explizit:

Mein zeig dich & sprich-Tipp:

Vertrau dir, dich minimalistisch vorzubereiten. Vertrau dir, dass du dennoch genug zu sagen hast. Und bringe es auf den Punkt.

Macht’s gut! Bis zum nächsten Mal und tschüss!